Darf’s ein bisschen mehr BIO sein?

Nun geht mein Praktikumsmonat in der Paradeiserwelt zu Ende. Ich habe diesmal nicht nur etwas über das Arbeiten als Erntehelferin gelernt und erlebt, wie es ist, jede einzelne Frucht in der Hand zu halten, zu prüfen und händisch zu bearbeiten, bevor sie – in welcher Verarbeitungsform auch immer – in den Verkauf kommt. Ich weiß auch die sorgsame und behutsame Art, mit der in vielen Betrieben BIO-Landwirtschaft betrieben wird, mehr zu schätzen. Da schmeckt alles anders, da ist alles eben auch mehr wert – und hat mehr Wert.

Es ist schön, dass ich mich da nicht allein fühlen muss. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten ist die Problematik der konventionellen Intensivlandwirtschaft bewusst. Die Nachfrage nach biologisch hergestellten Lebensmitteln steigt. Eine Auswertung der Agrar Marketing Austria zeigt sogar, dass die BurgenländerInnen öfter als die Konsumentinnen und Konsumenten in anderen Bundesländern BIO—Produkte in ihre Einkaufskörbe legen und mit den BIO-Speisen den häuslichen Tisch decken. (Quelle:
http://www.bio-austria.at/bundeslaender/burgenland/willkommen_bei_bio_austria_burgenland/burgenland__96)

Es ist also längst nicht mehr allein grün-politische Forderung, der gesunden Böden und der sauberen Luft wegen BIO-Landwirtschaft zu forcieren und BIO-Betriebe verstärkt zu fördern.  Es ist die Nachfrage nach gesunden und klimafreundlich produzierten Lebens- und Alltagsmitteln, die die Politik ernst nehmen muss.

Beachtlich finde ich dabei zwei Maßnahmen, für die ich mich auch im Burgenland einsetze:

1. Das Land Vorarlberg hat sich die Selbstverpflichtung auferlegt, die neue Hürde für BIO-Betriebe durch den BIO—Einstiegsstopp seitens des Bundesministeriums aus Landesmitteln abzufedern. Das finde ich einen wertvollen und nötigen Beitrag, um einen Ausbau der BIO-Landwirtschaft zu fördern. Was am Bodensee möglich ist, sollte am Neusiedlersee auch möglich sein.

2. Die Stadt Wien orientiert sich mit ihrem Maßnahmenpaket „ÖkoKauf Wien“ in ihrem Beschaffungswesen an ökologischen Kriterien. Dafür gab es schon einige Auszeichungen.  Ein erster Schritt im Burgenland soll die möglichst umfassende
Versorgung in öffentlichen Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Kantinen, Krankenhäuser) mit BIO-Lebensmitteln und der Einsatz von BIO-Reinigungsmitteln sein sowie der Verzicht auf Pestizide in der Pflege öffentlicher Flächen. Das unterstützt die BIO-LandwirtInnen und regt die regionalen Märkte an.

So etwas kann natürlich auch jedeR von uns im privaten oder beruflichen Umfeld versuchen umzusetzen. So unter dem Motto „Ich rette mal schnell die Welt“. Jeden Tag  ein Stück.

 

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