Meine Heldinnen und Helden

Ich geb’s zu, heute schmerzt meine Schulter und der Muskelkater in Oberschenkeln und Händen  ist nicht zu leugnen.  Dieses Hackeln am Bau hat es für mich körperlich ganz und gar nicht gut Trainierte in sich. Aber insgesamt geht es mir prächtig. Ich bekomme so viele positive, aufmunternde Rückmeldungen und lerne so viele besondere Menschen kennen, dass das die Anstrengungen vielfach aufwiegt.
Ich bekomme Anerkennung für frühes Aufstehen und um sechs Uhr im Dienst sein, für Ausdauer an einer Maschine und gute Laune trotz des geringen Lohns, für die Bereitschaft, Menschen zu pflegen und ehrenamtlich zu arbeiten. Ich bekomme Anerkennung dafür, dass ich etwas jeweils einen Monat lang mache, das für andere langjährige Lebensrealität ist. Daher gilt meine Anerkennung jenen Menschen, die das, was ich jeweils nur einen Monat lang mache, jahrelang tun. Sie gilt den Frauen und Männern, die Tag für Tag frühmorgens ihren Dienst antreten, die es schaffen zu organisieren, dass ihre Kinder rechtzeitig in den Kindergarten kommen und daran zu denken, dass das ältere an diesem Tag 5 Euro in die Schule mitbringen soll. Meine Anerkennung gilt den Frauen und Männern, die mit Geduld und hoher Fachkenntnis Menschen pflegen und ihnen Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Meine Anerkennung gilt den Frauen und Männern, die ehrenamtlich für andere arbeiten und nie danach fragen, was für sie persönlich dabei rausspringt. Meine Anerkennung gilt den Frauen und Männern, die täglich ihre Energie dafür einsetzen, ihren Betrieb über die Runden zu bringen und nicht aufgeben, wenn ihnen „die Großen“ das Leben schwer machen. Meine Anerkennung gilt allen Frauen und Männern, die mir in meinem Lehrjahr ihre Zeit schenken, um mir einen Einblick in ihren Arbeitsalltag (und manche auch ein wenig in ihr Leben) zu gewähren.

Ich freue mich über jede einzelne Rückmeldung, über den Zuspruch, den ich erfahre, und ich bin dankbar dafür. Und ich wünsche mir sehr, dass alle meine Arbeitskolleginnen und Kollegen dieses Jahres in ihrem Arbeitsalltag auch genügend Zuspruch finden. Sie sind für mich die Heldinnen und Helden des Alltags und ich habe das Glück, daran ein wenig Anteil nehmen zu dürfen.

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