Die Bildungs- und Beziehungsarbeit der Elementarpädagog*innen verdient mehr Anerkennung

24. Jänner – heute ist Tag der Elementarbildung. Das geht im Landtagswahlkampf leider unter, darum schreibe ich hier ein paar Gedanken dazu.

Die Elementarbildung im Burgenland befindet sich permanent in einem Spagat zwischen den verschiedenen Zuständigkeitsebenen Gemeinde, Land und Bund. Daher halte ich es für wichtig, die Trägerschaft der öffentlichen Kindergärten in Landeskompetenz überzuführen. Nur so wird gewährleistet, dass die Pädagog*innen und Kindergartenleiter*innen nicht zwischen den Auflagen des Bundes, den Anforderungen des Landes und der Inspektorin einerseits und den durch die Gemeinde geschaffenen Realitäten andererseits aufgerieben werden.

Die Elementarpädagogik im Wahlprogramm der GRÜNEN

Der hohe Wert der Bildungs- und Beziehungsarbeit in der Elementarpädagogik wird leider noch immer zu wenig anerkannt. Bildung braucht fördernde Strukturen für Pädagog*innen und für Kinder. Da haben wir auch im Burgenland noch einiges nachzubessern. Darum bekommt die Elementarbildung im Wahlprogramm für die Landtagswahl im Burgenland auch mehr Aufmerksamkeit als in Programmen anderer Parteien. Wir setzen uns ein für die

  • schrittweise Überführung der Trägerschaft der öffentlichen Kindergärten in Landeskompetenzen
  • Senkung der Gruppengröße in Kindergärten und Kinderkrippen
  • Stärkung und Ausweitung der Kompetenzen der Kindergartenleitungen bei entsprechender Stundenreduktion bei der Betreuungszeit
  • bedarfsgerechte Bewilligung von Sonderkindergartenpädagog*innen-Stunden
  • Einrichtung von sonderpädagogisch betreuten Kleinstgruppen für Kinder mit besonderen sozialen oder emotionalen Bedürfnissen
  • Qualitätssicherung durch Beratung und Supervision für Pädagog*innen und Helfer*innen
  • bezirksweise Einrichtung eines Personalpools für (akute) Vertretungen
  • Förderung von Privatinitiativen mit innovativen pädagogischen Konzepten
  • Evaluierung des Kinderbildung- und betreuungsgesetzes

Das jüngst im burgenländischen Landtag beschlossene Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz hat einige Schwächen, wie die Praxis zeigt. Das muss unbedingt unter Einbeziehung der Leiterinnen und der Pädagoginnen und Pädagogen überarbeitet werden. Auch der Dienstgeber-Nachweis, den Eltern erbringen müssen, wenn der Bedarf an Öffnungszeiten erhoben wird, ist in der Weise, wie er verlangt wird, eine Zumutung.

Nach wie vor steht meine Kritik an der in der vergangenen Legislaturperiode erfolgten Beschneidung der Vorbereitungsstunden und deren „Doppelfunktion“ als Betreuungszeiten in den Randstunden. Es braucht eine konsequente Trennung von Kinderbetreuungszeit und Vorbereitungszeit in der Dienstzeit der Kindergartenpädagog*innen, das habe ich bereits im Jahr 2016 im Landtag beantragt.

Jedenfalls hoffe ich, dass sich eine Berufsvertretung der Kindergarten- und Hortpädagog*innen mutug auf die Beine stellen und den Dialog mit der Landesregierung suchen, damit in Zukunft bei Gesetzesnovellen die Pädagog*innen eingebunden werden. Sie stehen in der Praxis und wissen, welche Rahmenbedingungen für eine hochwertige pädagogische Arbeit notwendig sind.

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