Kritik, die rettet

„Jetzt hab ich dich gerettet“, sagte der Koch, als er mich Kraft seiner Erfahrung auf einen Fehler in einer von mir nicht ganz korrekt aufgenommenen Bestellung aufmerksam machte.  Der Gast wäre (mit mir) nicht zufrieden gewesen, hätte ich ihm die falsche Beilage zu seinem Hendlgeschnetzelten gebracht.
In den letzten Tagen habe ich immer wieder Kritik einstecken müssen. Das ist mitunter unangenehm. Ich mache nicht gerne Fehler und werde noch weniger gerne dabei ertappt.  Und doch bin ich für jedes Ertapptwerden letztlich dankbar. Denn nur dann ist es mir möglich, aus meinen Fehlern zu lernen und es das nächstmal besser zu machen. Obwohl es schon hart ist für alle AnfängerInnen – und ich denke hier vor allem an die Lehrlinge, die es in ihren ersten Ausbildungswochen und -monaten aushalten müssen, dauernd Kritik und Korrekturen einzustecken. Die haben es echt nicht leicht. Besonders dann, wenn die Kritik auch noch in einem deutlich genervten Tonfall ankommt, weil die Routiniers es so schwer aushalten, dass da jemand so unzulänglich ist und unter Umständen auch mal den Betrieb aufhält. (Nein, mein Chefkoch ist damit jetzt nicht gemeint. Da sei nur gesagt, damit kein Missverständnis entsteht.)

So ist mein heutiger Blogeintrag all den Anfängerinnen und Anfängern gewidmet, die  lernen müssen ihren Ärger und ihre Scham über die gemachten Fehler und das Ertapptwerden auszuhalten. Und er ist auch den „AusbildnerInnen“ und Routiniers in den Betrieben gewidmet, die mit Geduld Lernen und Entwicklung der Neuen möglich machen. Ihre wohlwollend geäußerte Kritik wird uns Lernende immer wieder retten.

 

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