Was die HAK-Matura und die Herberge miteinander zu tun haben

Heute hatte ich ein Gespräch mit zwei jungen Frauen, die mich in der Pannonischen Tafel besuchten. Marlene* und Cheyenne* stehen kurz vor der Matura in der HAK und haben ein Projekt zum Thema „Obdachlosigkeit“ ausgearbeitet. Niemand hat sie dazu aufgefordert, sich diesem Thema zu widmen. Sie hätten auch etwas nehmen können, das mehr „business-like“ wäre. Aber sie wollten sich mit den Obachlosen im Nordburgenland beschäftigen, mit jenen Obdachlosen, die es laut Soziallandesrat gar nicht gibt. Darum gibt es auch keine offiziellen Zahlen dazu. Darum muss es auch keinen entsprechenden Budegtposten im Sozialressort geben.
Diese beiden Jugendlichen imponieren mir, weil sie mutig und engagiert auf ein Problem hinweisen, das andere verleugnen; weil sie sich sogar dafür beurteilen lassen, wie sie sich damit beschäftigen. Sie haben aber auch meine Hochachtung dafür, dass sie sich mit ihren 18 Jahren in ein ungemütliches Zimmer setzen, um sich mit Interesse und Wertschätzung die Geschichten von zum Teil verwahrlosten, obdachlosen Menschen anzuhören. Sie tun das nicht, um danach aus ihrer bürgerlich-gesichterten und in Aussicht stehenden Studentinnenperspektive gesellschaftspolitische Analysen und durch ihre peer-group beklatschte politische Ansagen zu machen. Marlene und Cheyenne ist es nicht egal, wie es Menschen geht, die – durch welche Schicksalsschläge und Biografien auch immer – obdachlos geworden sind und auf welche Weise diese Hilfe bekommen können, damit es ihnen irgendwann einmal wieder besser geht. Solche Jugendliche machen mir echt Mut. Danke, ihr zwei – und alles Gute für Eure Projektpräsentation!

* Ich habe das Einverständnis der beiden jungen Frauen, ihre Namen in meinem Blog zu erwähnen.

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